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14.03.2015

Ein Garten ist kein Produkt, sondern eine Idee

So definiert Fred Fuchs einen Garten. Seine Firma heißt lapidar „Fuchs baut Gärten“. Trotz Understatement wird er mit Preisen überhäuft.

Ein Garten ist kein Produkt, sondern eine Idee

Fred Fuchs ist ein umtriebiger Mensch: ein eifriger Netzwerker und neuen Geschäftsideen gegenüber aufgeschlossen. Menschen, die mit ihm zu tun haben, nennen ihn Urgestein. Damit kann Fred Fuchs aber nicht so viel anfangen. Zwar treibt es ihn zurück zum Ursprung, aber er ist nicht der Typ Mensch, der darum ein großes Brimborium macht. Fragt man ihn, warum er so viele Preise gewinnt und nach seinem kreativen Rezept, dann redet er vom Tun. Immerhin hat er im letzten Jahre mehr Gärten gebaut als anderen BIOTOP Partner.

Fuchs baut Gärten, solange er lebt

Der Name seiner Firma, Fuchs baut Gärten, ist also wörtlich gemeint. Dabei wurde er ursprünglich Gärtner, um im Winter nicht arbeiten zu müssen. Da lief der gebürtige Münchner nämlich leidenschaftlich Ski. Im Münchner Oberland, genau genommen in Lenggries, fand er aber nicht nur die Berge und den Schnee, sondern auch seine Frau, eine gelernte Floristin. Vor dreißig Jahren übernahm er mit ihr den Betrieb der Schwiegereltern und gestaltete ihn um.

Heute arbeitet dort die ganze Familie, von der gemeinsamen Tochter und dem SchwiegersohnSogar die nächste Generation werkelt bereits mit, indem sie das eine oder andere Blümchen ausrupft. Denn Fred Fuchs, Jahrgang 1960, ist vor kurzem Großvater geworden. Ob das der Auslöser dafür war, dass er erstmals davon spricht, sich zurückzuziehen?

Ein Garten ist kein Produkt, sondern eine IdeeEin Tatmensch wie Fuchs denkt natürlich nicht ans Aufhören. „Fuchs baut Gärten, solange er lebt“, betont er auf Nachfrage. Auf seine Erfahrung und Neugier werden Tochter und Schwiegersohn samt den 32 Mitarbeitern vermutlich nicht so schnell verzichten können. „Ich habe 30 Jahre lang gesät. Meine Kür ist jetzt das Loslassen. Und andere ernten zu lassen. Mir ist es lieber, gebraucht zu werden, als zu spüren: Ich kann nicht loslassen“, fasst er seine Lebensphilosophie zusammen.

Gärten und Teiche ergänzen sich formidabel

Der Familienmensch Fuchs ist – wenig überraschend – auch ein talentierter Netzwerker, dessen Interessengebiete schon immer breit gestreut waren. Mit anderen Menschen etwas aufzubauen gehört zu seinem Lebenselixier. Vermutlich liegt es daran, dass er nicht nur Mitbegründer der Gärtner von Eden war, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von rund 60 Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die nicht nur paradiesische Gärten bauen, sondern wunderschöne Bildbände herausgeben.

Er war auch der erste Partner der österreichischen Firma BIOTOP und somit Vorreiter in Sachen Swimming-Teich und Naturpool, denn wenig ergänzt sich so formidabel wie Gärten und Wasser, und hat zudem den aktuellen Bildband initiiert, der im Frühjahr 2015 zum 30. Geburtstag von BIOTOP unter dem Titel „Die schönsten Schwimmteiche und Naturpools“ mit Texten und Bildern von Daniela Toman und Roland Lütkemeyer bei DVA erscheinen wird.

Gerne erinnert sich Fuchs an seine erste Reise ins niederösterreichische Weidling vor den Toren Wiens. „Es war ein grauer Novembertag. Ich sah diese Baracken und Badewannen“, schmunzelt er, „und dachte, ich habe mich in der Adresse vertan!“ BIOTOP-Gründer Peter Petrich und seine frühen Mitstreiter saßen im Anorak im Büro, und als Fuchs bemerkte, er müsse ein Geschäft verrichten, lernte er, dass auch das biologisch ablief – und zwar bei minus 15 Grad!

Peter Petrich und Fred Fuchs sind offenbar aus demselben Holz geschnitzt. Sie haben sich angeschaut, so Fuchs, und verstanden. „Und dann zwanzig Jahre lang zusammengerauft“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Das Geheimnis liegt im Tun

Die beiden Ökopioniere sind nicht nur Idealisten und Streiter für eine bessere Umwelt, sondern auch und vor allem Praktiker: Wo andere heiße Luft von sich geben, schreiten sie zur Tat. „Wir machen die Welt ein bisschen schöner“, beschreibt Fred Fuchs sein Gartenkonzept bescheiden, konzediert allerdings, dass viele ihn um seinen Beruf beneiden. Was er durchaus verstehen kann: „Es gibt keinen handwerklichen Beruf, der so vielseitig ist, wie die Landschaftsgärtnerei.“ Umso weniger versteht er den Neid, den seine vollen Auftragsbücher und zahlreichen Preise bisweilen auslösen.

Was denn sein Geheimnis sei? Sein Erfolgsrezept? Da gebe es kein Geheimnis, meint Fuchs, um hinzuzufügen, dass es wahrscheinlich darin bestehe, seine Kunden ernst zu nehmen. „Ich baue keine Gärten, sondern Gärten für bestimmte Menschen mit eigenem Geschmack und eigenen Bedürfnissen, angepasst an ihre Brieftasche und die natürlichen Gegebenheiten, die das zur Verfügung stehende Gelände aufweist. Es geht darum, die Wünsche der Kunden wahrzunehmen, zu sehen, was sie wirklich wollen. Wobei ich schon auch manchmal sage: Da passt kein Teich rein. Es geht nicht darum, ein Produkt zu verkaufen, sondern es zu entwickeln.“

Bei Fuchs gibt es keine Pauschallösungen. „Erst wenn ich glaube, einen Kunden verstanden zu haben, kann ich das Angebot, aber auch den Mitarbeiter, den ich zu ihm schicke, darauf abstimmen. Das ist kein Standardangebot, sondern auf individuellen Charakter und seine Bedürfnisse zugeschnitten. Wichtig dabei sei es, keine Wünsche zu wecken, die man nicht erfüllen könne. Ein Rezept gebe es dabei nicht, außer: Es tun.“

Der Ursprung ist die Zukunft

Und Neugier, möchte man hinzufügen. Vor kurzem hat Fuchs in München mit Schülern, Lehrern und Eltern einen naturnahen Pausenhof geplant und realisiert, was ihm eine Menge Spaß gemacht hat. Aber er hat auch selbst gerade noch mal die „Schulbank“ gedrückt und eine zweijährige Weiterbildung zum „Naturgartenprofi“ absolviert, in der es um biologisches Gärtnern und Regionalität geht, mit einem Wort: um Nachhaltigkeit. Das bedeutet, dass es nicht nur wichtig ist, wie ein Garten aussieht, sondern auch, was drinnen steckt, etwa, woher das Saatgut kommt oder ob die Bienen genug zu fressen haben.

„Man geht da hin, wo man herkommt“, fasst Fuchs das Konzept zusammen, „sprich: vom Designer mit einer Riesenproduktpalette und Materialschlachten zurück zum eigentlichen Gärtnern mit den Zutaten der heimischen Natur.“ Auch ein Naturgarten kann natürlich ein Designgarten sein. Aber er besitzt noch etwas Entscheidendes: Er ist nicht nur ein Produkt, sondern auch eine Idee. „Ich gehe dort wieder hin, wo ich Peter Petrich kennen gelernt habe“, fasst Fuchs zusammen. Und das bedeutet keine Rückwärtsgewandtheit, sondern einen neugierigen Blick in die Zukunft!

Text: Kirstin Breitenfellner



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