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10.07.2014

Vorwärts zur Natur: 15 Jahre Naturbad Sarleinsbach

Baden in natürlichem Wasser liegt nicht nur im Trend, sondern rechnet sich auch für die Betreiber, wie für die Marktgemeinde Sarleinsbach.

Das erste Naturbad Oberösterreichs

Die Marktgemeinde im westlichen oberen Mühlviertel mit gut 2000 Einwohnern wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Ort dieser Größenordnung: Kirche, Wirtshaus, Einfamiliensiedlungen, örtliche Wirtschaft. Was man erst auf den zweiten Blick bemerkt: Sarleinsbach gehört zu den Pionieren in Sachen naturnaher Erholung.
Bereits 1996/97 verpasste sich der kleine Ort unter reger Bürgerbeteiligung das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Eines der ersten Projekte, die dabei verwirklicht wurden, war ein öffentliches Freibad in Form eines Schwimmteichs, errichtet von der Firma BIOTOP aus dem niederösterreichischen Weidling.
Es liegt in einer Senke am Ortsausgang und ist integriert in einen Freizeitpark mit Tennisplätzen, Skaterpark, Beachvolleyballplatz und einem zentralen Clubhaus mit Gastrozentrum. Die terrassenförmig angelegte Badeanlage mit Liegewiese, Holzstegen und Kiesstrand fügt sich nahtlos in die sanftwellige Hügellandschaft ein und zieht heute jährlich ca. 17.000 Besucher an.
Kein Wunder, badet man hier nicht in Chlor-, sondern in herrlichem Quellwasser, das sogar die Haut von Allergikern streichelt. Auch mit Babys und Kleinkindern kommen die Besucher gerne hierher, sind die Allerjüngsten doch noch besonders empfindlich auf Chemikalien.
„Unser Sohn hatte beim Besuch von Schwimmbädern oft Probleme mit den Bronchien“, erzählt eine Mutter. „In Sarleinsbach war das nie der Fall. Aber wir sind nicht nur deswegen so gerne hierher gekommen – sondern auch, weil wir die Ruhe und das Eingebettetsein in die Natur genießen.“
„Uns gefällt nicht nur das Wasser“, ergänzt eine andere, „sondern das ganze Areal. Auch weil es so überschaubar ist.“
„Schaut mal, was wir gefunden haben!“ Freudestrahlend kommen zwei Kinder angerannt – sie haben im Wasser flache und spitze Schnecken gesammelt, die sie vorher noch nie gesehen haben.

Freizeitspaß und Erholung

Für Kinder bietet ein Naturbad besonders viel Abenteuer
Für Kinder bietet ein Naturbad besonders viel Abenteuer

Kinder spielen in Sarleinsbach eine Hauptrolle: Für sie gibt es einen eigenen sonnengeschützten Baby-Planschbereich, ein vom tiefen Wasser abgetrennten Nichtschwimmerbereich und sogar einen kleinen Bachlauf. Die Größeren können schon alleine zur jener Insel aus Holz schwimmen, hinter der das Reich der Seerosen beginnt, und die ganz Mutigen springen vom eineinhalb Meter hohen Holzsprungturm.

Durch die großzügige Liegewiese und die schöne Bepflanzung gibt es aber auch für die Ruhebedürftigen genug Rückzugsmöglichkeiten. Das Buffet mit Terrasse wird von einer patenten, herzlichen Wirtin aus dem nahen Arnreit bewirtschaftet und lädt zum Chillen ein.
Die größte Entspannung bietet aber immer noch der Blick aufs dunkel-klare Wasser. Schwimmer haben hier mit 1100 m² die dreifache Fläche eines durchschnittlichen Freibads zur Verfügung. Und das Baden in dem samtig weichen Wasser vor der Kulisse von unzähligen weißen Seerosen, den Schmuckstücken des 1400 m² großen Regenerationsbereichs mit über 4000 Unterwasser-, Sumpf- und Flachwasserpflanzen, als Luxus zu bezeichnen scheint nicht übertrieben.

Das erste Naturbad Oberösterreichs

„Wir waren das erste Naturbad Oberösterreichs“, erzählt Bürgermeister Roland Bramel mit sichtlichem Stolz. „Und das rechnet sich nicht nur in punkto Attraktion und Nachhaltigkeit, sondern auch wirtschaftlich.“
Als das Freibad aus dem Jahre 1961 sich Mitte der 1990er Jahre als sanierungsbedürftig erwies, erläutert Bramel, und man feststellte, dass es im Umkreis von 15 Kilometern bereits vier konventionelle Freibäder gab, lag es nahe, nach etwas anderem, einer naturnahen Lösung zu suchen. Bei der Firma BIOTOP wurde man fündig.
Worauf Bürgermeister Bramel besonders stolz ist: „In diesen 15 Jahren wurde die Wasserqualität von uns wöchentlich geprüft und einmal im Monat extern – und es gab keine einzige Beanstandung!“Die gesetzlichen Grenzwerte, die in Österreich sehr streng sind, wurden spielend eingehalten.
2008 hat sich Sarleinsbach übrigens als Modellgemeinde für „nachhaltiges Leben und Wirtschaften“ positioniert – das Naturbad stellt dabei nur einen Teil des Konzepts dar, bei dem Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Sozialverträglichkeit ganz oben auf der Agenda stehen.

www.sarleinsbach.at

Text und Fotos: Kirstin Breitenfellner



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