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14.01.2014

Garteln statt Granteln

Richardson hat nämlich vor zwei Jahren die Alternative zur weltberühmten Blumen- und Gartenmesse Chelsea Flower Show in London erfunden: das Off-Gartenfestival Chelsea Fringe, als dessen Direktor er sich beschreibt. “Fringe“ bedeutet so viel wie “alternativ“. Nach einem kleinen Wiener Testlauf im vergangenen Jahr soll es heuer auch bei uns einen Satelliten des Festivals geben.

Von Mitte Mai bis Anfang Juni können Einzelpersonen, Gruppen, Studierende oder auch Gartenprofis ihre gärtnerischen Projekte herzeigen; alles unter dem Logo der grünen Blume. Ganz ohne Subventionen, aber dafür mit umso mehr Begeisterung und wohl auch ein kleines bisschen am Offiziellen vorbei, wenn man sich ein paar eindrucksvolle Beispiele Londoner urbanen Gärtnerns aus den letzten zwei Jahren so ansieht.

Chelsea Fringe: Wien bekommt ein neues Gartenfestival und BIOTOP macht mit.
‘Hanging gardens of Kensington’ – ein Projekt in Kensington und Chelsea. Eine Installation der Colville und Ashburnham Primary School, die in der Portobello Road zu sehen ist.
Copyright: http://www.chelseafringe.com

Wien, so hoffen Richardson und seine Mitstreiterinnen, ist ganz bestimmt auch bereit für so ein Gartenfestival.

Damit man einen Eindruck gewinnen kann, wie die Chelsea Fringe in Wien ausschauen könnte, zeigt der Erfinder Bilder aus den vergangenen Jahren und scheint beim Erzählen noch immer überrascht über den Erfolg seiner Veranstaltung. Vergangenes Jahr gab’s sogar schon Besuch aus dem Königshaus. Da haben Leute aus einer öffentlichen Toilettenanlage einen kleinen Park gemacht, einen Biergarten auf Lastenrädern organisiert oder aus einer Gstättn bei einer Bushaltestelle einen essbaren Gemeinschaftsgarten geschaffen. “The edible bus stop“ nennt sich das Projekt.

Essbares käme bei Stadtmenschen sowieso immer gut an, sagt Richardson und erzählt von einer Dame, die ihre Nachbarn dazu animiert hat, in Vorgärten Obst und Gemüse anzubauen. Mittlerweile mache die ganze Straße mit.

Der Direktor der Gartenschau und sein Team wollen Teilnehmern kaum Vorschriften machen. Hier geht es wohl darum, möglichst viele Veranstaltungen, Konzerte, Führungen und Gemeinschaftserlebnisse mit Kaffee und Kuchen im Grünen in den Festivalkalender zu bekommen. Die Projekte müssen halt mit dem Thema Garten, Natur oder Landschaft in Verbindung stehen. Rund 300 Events fanden rund um die Chelsea Fringe 2013 in London statt.

“Wer kann sich vorstellen, beim Festival im Sommer mit dabei zu sein?“, fragt Tim Richardson am Ende seines kleinen Vortrages in die Runde. Erstaunlich viele melden sich.
Infos: Anita Duller anita.duller@uni-ak.ac.at | www.chelseafringe.com

Dieser Text erschien in der Wiener Stadtzeitung Falter 4/14 – auf Seite 43. Autor: Christopher Wurmdobler  www.falter.at

BIOTOP dankt für die Abdruckmöglichkeit!



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