Naturpools gelten noch immer als Nische. Dabei verbinden sie vieles, was heute für Bauherrinnen und Bauherren immer wichtiger wird: klares Wasser, moderne Gestaltung und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen. Im Gespräch erklärt Marion Hanek, warum ein Naturpool beziehungsweise Pool ohne Chlor für viele Menschen eine echte Alternative zum klassischen Chlorpool sein kann.
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„Was macht Biotop eigentlich genau?“
Biotop hat seinen Sitz in Weidling bei Klosterneuburg und beschäftigt sich seit mittlerweile 40 Jahren mit biologischen Badeanlagen. Das Unternehmen entwickelt und produziert Filtertechnik für Naturpools und hochwertige Schwimmteiche.
Aber es geht nicht nur um Technik, sondern um einen grundlegend anderen Zugang zum Wasser: Statt auf Chlor oder Salz zu setzen, arbeiten wir mit biologischen Prozessen und lebendigem Wasser. Genau das macht den Naturpool für viele Menschen so interessant.
„Was unterscheidet einen Naturpool von klassischen Poollösungen?“
Für uns stehen Nachhaltigkeit, Ökologie und Wasserqualität im Mittelpunkt. Während herkömmliche Pools mit Stoffen arbeiten, die unerwünschte Organismen abtöten, setzt Biotop auf ein natürliches Gleichgewicht im Wasser.
Das Ziel ist nicht nur ein schöner Pool, sondern ein Badeerlebnis, das sich natürlicher anfühlt: klar, hochwertig und zugleich ressourcenschonend. Wer einen Pool ohne Chlor sucht, findet darin eine überzeugende Alternative.
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„Ist ein Biopool im Alltag aufwendig?“
Ein häufiges Vorurteil ist, dass biologische Pools komplizierter in der Pflege seien. Die chemische Wartung fällt bei uns gänzlich weg. Es ist also kein laufendes Nachregeln mit klassischen Poolchemikalien notwendig.
Aber natürlich braucht auch ein Biopool Pflege, etwa durch einen Poolroboter oder gelegentliches Nachreinigen. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass es sich um ein lebendiges System handelt und nicht um steriles Wasser.
„Kann man bestehende Chlorpools umrüsten?“
Ja, bestehende Chlorpools lassen sich grundsätzlich auf biologische Technik umrüsten. Vor allem bei neueren Anlagen muss man aber ehrlich abwägen, ob sich der Umbau wirtschaftlich lohnt.
Für viele Interessierte ist das dennoch spannend, weil es nicht nur um Neubauten geht, sondern auch um nachhaltigere Lösungen für bestehende Pools und einen späteren Umstieg auf einen biologischen Pool.
„Wie ist Biotop International aufgestellt?“
In der Zentrale in Weidling arbeiten rund 35 Mitarbeiter:innen. Ein großer Teil davon in der Produktion, weil die Filtertechnik direkt am Standort gefertigt wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Technik, Forschung, Entwicklung und Support.
Dazu kommt ein internationales Netzwerk geschulter Partnerbetriebe. Aktuell umfasst dieses Netzwerk rund 90 Partner, das sich von Europa bis nach Australien und Neuseeland erstreckt.
„Welche Rolle spielt Marketing bei einem erklärungsbedürftigen Produkt?“
Eine sehr große. Naturpools brauchen nach wie vor viel Aufklärungsarbeit. Biotop hat deshalb in den letzten Jahren den Marketingbereich bewusst ausgebaut.
Zum Einsatz kommen heute eine mehrsprachige Website, Social Media, Google-Werbung, Printunterlagen, redaktionelle Beiträge, Messen und Schauanlagen. Gerade bei unserem Produkt spielt das reale Erlebnis eine zentrale Rolle.
„Welche Botschaft wollt ihr nach außen tragen?“
Ganz klar: Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Es geht um die Idee, nicht gegen die Natur zu arbeiten, sondern mit ihr. Damit verbunden ist auch ein anderer Umgang mit Wasser, der natürlich, bewusst und langfristig gedacht wird. Gerade beim Naturpool zeigt sich, dass Design, Komfort und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen.
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„Ist ein Biopool teurer?“
In der Errichtung meist ja. Biologische Pools sind keine standardisierte Massenlösung, sondern werden individuell geplant. Unsere Lösung wird auf das Wasser, die Nutzung, den Standort und natürlich auch die Gestaltung abgestimmt.
Die höheren Anschaffungskosten relativieren sich aber über die Jahre. Keine laufende Chemie und der sparsame Umgang mit Wasser machen einen biologischen Pool langfristig wirtschaftlich interessant.
„Wie sieht es beim Thema Wasserverbrauch aus?“
Biologische Anlagen bleiben befüllt, das Wasser muss nicht regelmäßig komplett gewechselt werden. Nachgefüllt wird im Wesentlichen nur das, was verdunstet.
Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit und steigender Sensibilität für Ressourcen ist das ein großer Vorteil. Ein Naturpool punktet damit nicht nur beim Badegefühl, sondern auch beim Wasserverbrauch.
„Wie groß ist der Markt und wo liegen die Chancen?“
Der Marktanteil biologischer Pools liegt je nach Land bei etwa drei bis fünf Prozent. Das zeigt, wie viel Aufklärungsarbeit noch nötig ist, aber auch, wie groß das Potenzial ist.
Besonders große Chancen des Wachstums sehe ich in Südeuropa. Dort ist Wasser ein noch sensibleres Thema als bei uns, gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Erfrischung, Erholung und hochwertigen Außenräumen hoch.
„Und welche Rolle spielt KI?“
Der Einsatz von KI ist bei Biotop derzeit vor allem in der Visualisierung sinnvoll, etwa dann, wenn schnell gezeigt werden soll, wie eine Anlage in einem bestehenden Umfeld wirken könnte.
In der technischen Planung bleibt KI bislang nur ein ergänzendes Werkzeug, weil die Projekte sehr individuell sind. Bei der Kommunikation setzt Biotop lieber auf echte Referenzen als auf künstlich erzeugte Bilder.
Das komplette Interview als Podcast anhören
Sie möchten das Gespräch lieber direkt anhören? Die vollständige Podcast-Folge mit Marion Hanek ist bei UNCRIPTED – der Marketing Podcast auf Spotify verfügbar.
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Marion Hanek ist diplomierte Landschaftsplanerin und Geschäftsführerin der Biotop P&P International GmbH sowie der Biotop Wassergestaltung T+P GmbH. Mit über 25 Jahren Erfahrung in Planung, Bau und Management, besonders im Bereich Naturpools und Schwimmteiche verbindet sie fundiertes Fachwissen mit unternehmerischem Weitblick. Sie steht für kreative Lösungen, starke Kundenorientierung und erfolgreiche Unternehmensführung in der nachhaltigen Wassergestaltung.